Neureut: Gemeinsam gestalten

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# Rückblick

Neureut: Gemeinsam gestalten

Am Donnerstag, 19. Oktober hatten die drei evangelischen Gemeinden in Neureut eingeladen, um den evangelischen Gemeindegliedern, aber auch der interessierten Öffentlichkeit von den Planungen der evangelischen Kirche für die Zukunft von Kirche in Neureut zu berichten. 

Pfarrer Würfel begrüßte die Anwesenden und dankte dem Ortsvorsteher, dass wir in die Badnerlandhalle einladen durften. Nach einem kurzen Impuls von Pfr. Fitterer Pfeiffer zum Lehrtext des Tages: „Wisst ihr nicht, dass es Gottes Güte ist, die uns zur Umkehr leitet?“ stellte Diakonin Rebecca Reiner gemeinsam mit Nila, Carl und Sidney aus dem regionalen Jugendgottesdienstteam die Erfolgsgeschichte der gemeinsamen Jugendgottesdienste in Neureut dar: Was eine Gemeinde allein nie geschafft hätte, konnten wir gemeinsam stemmen. Inzwischen machen auch Eggenstein und Leopoldshafen mit. 

Dekan Dr. Reppenhagen berichtete von notwendigen Sparmaßnahmen in der Landeskirche: Nicht nur die finanziellen Ressourcen werden schmaler, sondern die Kirche leidet auch unter Fachkräftemangel: In zehn Jahren werden nicht mehr genügend Pfarrerinnen und Pfarrer zur Verfügung stehen, um alle derzeitigen Stellen zu besetzen. 

In Neureut werden im Jahr 2026 0,75 Stellen abgebaut, voraussichtlich 2032 soll eine weitere halbe Stelle in der Region (gemeinsam mit Eggenstein-Leopoldshafen) gestrichen werden – wohl abhängig von der weiteren Entwicklung der Gemeindegliederzahlen. Außerdem werden rund ein Drittel der kirchlichen Gebäude aus der landeskirchlichen Bezuschussung fallen. Über etwa ein weiteres Drittel wird in acht bis zehn Jahren entschieden werden müssen. Nach einem langen und mühevollen Beratungsprozess, der die Beteiligten in Neureut viel Kraft gekostet hat und bei dem wir uns auch heftig aneinander gerieben haben, hat der Bezirkskirchenrat entschieden, dass Kirche und Gemeindehaus in Neureut Nord erhalten bleiben sollen. Kirche und Gemeindehaus in Neureut Süd sollen aus der landeskirchlichen Bezuschussung fallen. Für Kirche und Gemeindehaus in Kirchfeld wurde die Entscheidung vorerst aufgeschoben, es ist aber angekündigt, dass für diese Gebäude, bei denen noch keine Entscheidung getroffen wurde, zu befürchten ist, dass auch sie in rund zehn Jahren aus der Bezuschussung fallen. Was bedeutet das? Da die Kirchensteuereinnahmen der Gemeinden voraussichtlich sinken werden, wird es den Gemeinden in Zukunft kaum noch möglich sein, Gebäude zu halten, die die Gemeinde vollständig selbst finanzieren muss. Hinzu kommt, dass bis 2040 die Landeskirche für ihre Gebäude Klimaneutralität erreichen will. Da kommen zusätzliche Investitionen auf die Gemeinden zu. Im Anschluss an diese Ausführungen des Dekans gaben alle drei Gemeinden einen kurzen Abriss ihrer Geschichte. 

Um die Herausforderungen der Zukunft stemmen zu können, haben die drei evangelischen Gemeinden – trotz ihrer ganz unterschiedlichen Geschichte – in Neureut beschlossen, bis voraussichtlich 1. Januar 2026 zu fusionieren. Wenn wir eine Gemeinde sind, hilft das nicht nur, neue Projekte gemeinsam anzugehen, sondern auch, uns gegenseitig auszuhelfen, wenn eine Gemeinde keinen Pfarrer oder eine Gemeinde kein Gemeindehaus mehr haben wird.

Interessierte Gemeindeglieder sind eingeladen, bei einer Ideenbörse am 16. November um 19.30 Uhr in Neureut Süd eigene Vorschläge zur zukünftigen Zusammenarbeit einzubringen. 

Nach einem Abendlied und dem Abendsegen von Pfr. Reibold sollte die Veranstaltung eigentlich schließen und im kleinen Kreis die Gelegenheit gegeben werden, noch Rückfragen zu stellen. Die Anwesenden machten aber deutlich, dass es ihnen ein wichtiges Anliegen ist, im Plenum zu bleiben, diesem Wunsch haben die Veranstalter nach kurzer Beratung auch entsprochen. 

Zahlreiche Fragen aus dem Publikum an den Dekan gaben diesem Gelegenheit, manche Entscheidungsgrundlagen des Kirchenbezirkes und der Landeskirche noch deutlicher zu begründen. So zerstreute der Dekan etwa die Hoffnung, dass ein großes Neubaugebiet in Neureut den Rückgang der Gemeindegliederzahlen nachhaltig aufhalten kann. Erfahrungsgemäß führen Neubaugebiete zu einer kurzfristigen Verlangsamung des Rückgangs, aber nach spätestens 15 Jahren verstärkt sich dieser umso mehr. 

Zum Schluss gab Diakonin Rebecca Reiner noch einmal einen kurzen Ausblick auf ein weiteres gemeinsames Projekt in Neureut: den „Nim-Bus“. Der Nim-Bus ist ein Doppelstöckerbus, der derzeit umgebaut wird, um anschließend Kirche zu den Menschen zu bringen: Auch wo kein kirchliches Gebäude ist, können Gemeinden sich im und um den Bus herum treffen und miteinander feiern. Der Bus kommt zu den Menschen!


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