11/11/2025 0 Kommentare
Gesamtkonvent Karlsruhe-Land unternimmt Studienreise nach Paris
Gesamtkonvent Karlsruhe-Land unternimmt Studienreise nach Paris
# Rückblick

Gesamtkonvent Karlsruhe-Land unternimmt Studienreise nach Paris
Auch Pfarrer und Diakonin aus Neureut waren mit dabei.

Paris. Mit zahlreichen Eindrücken aus Gesprächen und Begegnungen traten die 27 Diakoninnen und Diakone, Pfarrerinnen und Pfarrer, Schuldekan Stephan Thomas sowie Bezirkskantorin Anke Nickisch am vergangenen Donnerstag die Rückreise von ihrer Studienfahrt nach Paris wieder in Karlsruhe an. Dekan Dr. Martin Reppenhagen hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das den Hauptamtlichen vielfältige Einblicke in die protestantische Perspektive der französischen Hauptstadt ermöglichte. Auch die drei evangelischen Neureuter Pfarrer A. Fitterer-Pfeiffer, A. Reibold, P. Würfel sowie Diakonin R. Mann waren mit dabei. Nach der Anreise empfing Pfarrerin Christina Weinhold die Gruppe in der Église Protestante Unie Levallois-Clichy und berichtete aus ihrem Arbeitsalltag in einer protestantischen Gemeinde im Herzen der Stadt. Dabei wurde deutlich, mit welch geringen finanziellen Mitteln die Kirche auskommen muss und dennoch ein lebendiges Gemeindeleben gestaltet. Dass die in Frankreich strikt gehandhabte Trennung von Staat und Kirche auch Herausforderungen mit sich bringt, zeigte sich auch im Gespräch mit Pfarrerin Barbara Franke von der deutschen Gemeinde. „Wir versuchen, mit unserer kleinen Gemeinde das Leben der überwiegend älteren Mitglieder zu gestalten und freuen uns über einen vollen Gottesdienst am ersten Advent“, berichtete sie.
Bei einer Stadtführung bekam die Gruppe Einblicke in die protestantische Geschichte der Stadt. Selbst vier Jahrhunderte später verloren die menschenverachtenden Tötungen im Rahmen der Bartholomäusnacht nicht an Schrecken. In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1572 geschah ein Massenmord an französischen Hugenotten. Ausgelöst wurde er durch religiöse Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Glücklicherweise sind diese längst ausgeräumt und machen auch ein ökumenisches Arbeiten in Frankreich möglich.

Eindrücklich war daher auch die Begegnung mit Benediktinerinnen aus dem Kloster Sacré-Cœur auf dem Montmartre. Eine der Schwestern stellte sich den Gästen aus Deutschland nach der Vesper und einem gemeinsamen Abendessen vor und erzählte von ihrem persönlichen Glaubensweg. „Gott hat mich auf meinen Platz gestellt“, sagte sie mit leuchtenden Augen und machte dem Konvent Mut, auch unbequeme Wege in der Verkündigung des Evangeliums zu gehen.
Mit einer gemeinsamen Andacht vor der Abreise endete diese besondere Studienfahrt des Kirchenbezirks Karlsruhe-Land. Dekan Dr. Martin Reppenhagen zeigte sich sehr zufrieden: „Diese Reise war ein voller Erfolg, weil unsere Hauptamtlichen viele Impulse mit in ihre Gemeinden nehmen“, betonte er nach der Rückkehr. Der eine möchte künftig mit seiner Gemeinde neu über Glaubensüberzeugungen ins Gespräch kommen, die andere will die Kirche wieder stärker als spirituellen Raum erfahrbar machen. „Gerade die Begegnung mit einem Land, in dem das Verhältnis von Religion und Staat so anders gelebt wird, eröffnet neue Perspektiven für unsere eigene Arbeit“, ist sich der Dekan sicher. Der Gesamtkonvent unternimmt alle zwei Jahre eine solche Studienfahrt, die von den Teilnehmenden und dem Kirchenbezirk finanziert wird. Paris war dabei erstmals das Ziel.

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