11/11/2025 0 Kommentare
Vom Leben und Sterben – großes Interesse an Themenabend im Gemeindehaus
Vom Leben und Sterben – großes Interesse an Themenabend im Gemeindehaus
# Rückblick

Vom Leben und Sterben – großes Interesse an Themenabend im Gemeindehaus

Unter dem Titel „Vom Leben und Sterben: Gedanken über Abschied und Selbstbestimmung“ fand am vergangenen Dienstag im Gemeindehaus Neureut Nord im Rahmen der Kontaktgruppe ein Themenabend zum assistierten Suizid statt. Das Interesse war überwältigend: Rund 150 Besucherinnen und Besucher kamen, das Gemeindehaus platzte fast aus den Nähten.
Nach der Begrüßung durch Kontaktgruppenleiterin Christa Koberstaedt führte Pfarrer Pascal Würfel in das Thema ein und stellte die Gäste vor. Zunächst gab es drei Impulse: Rechtsanwalt Kolja Schwartz erläuterte die aktuelle Rechtslage und erinnerte daran, dass assistierter Suizid juristisch schon seit 2012 diskutiert wird. Der Wunsch nach einem klaren Gesetz sei groß, doch politisch zeichne sich vorerst keine schnelle Lösung ab. Andreas Becker vom Bestattungshaus berichtete aus der Praxis und schilderte, wie die Nachfrage nach begleiteten Suiziden wächst, betonte aber auch: „Unsere Aufgabe ist es vor allem, für die Lebenden da zu sein.“ Pfarrer Würfel brachte die spirituelle und seelsorgerliche Perspektive ein. Er machte deutlich:
"Auf der einen Seite steht auch für uns als Kirche der Schutz des Lebens. Auf der anderen Seite die Achtung vor der Freiheit. Beides gehört zusammen, und genau darin liegt die große Herausforderung der Debatte um assistierten Suizid."
Im Anschluss reagierten die Gäste aufeinander, bevor das Publikum Gelegenheit hatte, eigene Fragen einzubringen. Die Bandbreite reichte von sehr persönlichen Erfahrungen mit Krankheit und Sterben über rechtliche Unsicherheiten bis hin zu Fragen nach der Rolle von Hospizen und Palliativmedizin. Eine Teilnehmerhin wollte wissen, wie ein solcher Sterbeprozess konkret aussieht oder wie den Angehörigen am besten geholfen werden kann. In einer kurzen Schlussrunde betonten alle Referenten wie wichtig es ist, sich mit diesem schwierigen Thema auseinander zu setzen. Und dies gleichwohl mit einem Abend allein nicht getan ist.
Die große Resonanz zeigte, wie sehr das Thema Menschen bewegt. Vor allem aber wurde spürbar: Es braucht Räume, in denen offen, respektvoll und aus unterschiedlichen Blickwinkeln über Leben, Sterben und Selbstbestimmung gesprochen werden kann.
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