11/11/2025 0 Kommentare
Raus in den Wald-
Raus in den Wald-
# Neuigkeiten

Raus in den Wald-
Vor mir stehen 13 in wetterfeste Kleidung eingepackte Kinder, die aufgeregt schnattern und allen um sich herum Fragen stellen oder berichten, was genau sich in ihrem Rucksack befindet. „Ich habe ganz viel Essen dabei“, stellt ein Kind fest. „Fahren wir wirklich mit dem Bus?“, fragt ein anderes. Dazwischen zwei Erzieherinnen, die versuchen, die Gruppe beisammenzuhalten und die letzten Nachzügler zum Anziehen zu bewegen. Ist an alles gedacht? Sind alle da? Nochmal ein letzter Blick auf die Liste, den Kleidungsstatus der Kinder sowie das bereitgestellte Gepäck und los geht das Erlebnis Waldtag.
Ich verlasse die Gruppe – die mir später erzählen wird, wie aufregend die Busfahrt war – und treffe sie etwa eine Stunde später im Wald wieder. Dort stecken kleine Stöckchen verheißungsvoll im Boden, doch die Kinder sind mittlerweile bei einer ganz wesentlichen Aktivität: der Vesperpause. Stolz präsentieren mir alle ihre bunt gefüllten Vesperdosen und bieten mir Erdbeeren, Tomaten, Gurken und sogar einen Schluck aus der Trinkflasche an. Frisch gestärkt kann die Aufmerksamkeit nun wieder dem Wald um sie herum geschenkt werden. Die Waldpädagogin fordert alle auf, ganz leise zu werden und ganz genau hinzuhorchen. Das Schnattern verstummt und die Geräusche des Waldes sind deutlich wahrnehmbar. Blätterrascheln, irgendwo ein Hund, unterschiedliche Vogelstimmen. Ob sich ein Specht hören lässt? Wie macht der eigentlich? Und wie viele unterschiedliche Vögel sind insgesamt zu hören? Die Schätzungen liegen zwischen zwei und zwölf, am Ende einigen sich alle auf vier. Denn so langsam erwacht der Wald jetzt im Frühjahr zum Leben. Mit einem Spiel wird verdeutlicht, nach welchen Kriterien die Vögel ihr Futter suchen und wir sind alle enttäuscht, dass die vielen bunten Stäbchen, die wir mühsam in unser Nest gebracht haben, gar nichts wert sind – nur die wenigen braunen Stäbchen stehen für das essbare Futter.


Nach einer Geschichte über einen ängstlichen Spatzen, der lernt, dass er mit Gott an seiner Seite ganz mutig sein darf, wird der Heimweg angetreten. Am Ende sind selbst die „wildesten Krieger“ erschöpft, aber glücklich.

Insgesamt haben sich drei Gruppen aus der Altersstufe ab drei Jahren auf den Weg gemacht und jeweils einen trockenen, spannenden Vormittag im Wald erlebt. Doch das war erst der Anfang, denn auch im Sommer, Herbst und Winter haben die Kinder die Gelegenheit, den Wald mit seinen jahreszeitlichen Veränderungen zu erleben. Möglich wird dies durch das Förderprogramm „Trägerspezifische innovative Konzepte“ des Landes Baden-Württemberg, das aus Mitteln des Gute-Kita-Gesetzes des Bundes gefördert wird.
Isabelle Dupont
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