10/03/2026 0 Kommentare
Frauen aller Konfessionen luden ein zum Weltgebetstag
Frauen aller Konfessionen luden ein zum Weltgebetstag
# Rückblick

Frauen aller Konfessionen luden ein zum Weltgebetstag

„Kommt! Bringt Eure Last.“ war das Motto des diesjährigen Weltgebetstages der Frauen, der größten weltweiten ökumenische Bewegung. Am 6. März feierten wir am Nachmittag im Lutherhaus und am Abend in der Waldenserkirche Gottesdienste, welche uns in das afrikanische Land Nigeria führten, in ein Land voller Kontraste: reich an Kultur, Glauben und Lebensfreude, aber auch geprägt von Konflikten, Gewalt und Ungleichheiten.
Nachdem wir in einer fundierten Landpräsentation, begleitet durch eindrucksvolle Bilder, eingetaucht sind in die Landschaft, Geschichte, Gesellschaft und den Alltag der Menschen in Nigeria, zeigte sich uns, was es bedeutet, Glauben zu leben, wie man Hoffnung bewahrt, selbst wenn das Leben schwer ist.

Wir erfuhren, dass gerade die Situation der Frauen in Nigeria herausfordernd ist. Viele Frauen erleben Gewalt, frühe Heirat, eingeschränkte Bildungschancen und wirtschaftliche Abhängigkeit. Ihre politische Teilhabe ist gering, und in Konfliktregionen sind sie besonders gefährdet. Und doch tragen Frauen in Nigeria ihre Familien, ihre Gemeinden und oft ganze Dörfer. Sie sind Unternehmerinnen, Lehrerinnen, Beterinnen – und Stimmen der Hoffnung.
Und sie erfahren Unterstützung durch Nothilfe, Bildungsprogramme und Organisationen, welche auch durch die Weltgebetstags-Kollekte finanziert werden. Am erfolgversprechendsten sind Projekte, die befähigen selbstständig zu leben und selbst aktiv nach Lösungen zu suchen, anstatt passiv auf Hilfe zu warten. Daher vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender!
Der Weltgebetstag lud uns ein, nicht nur zu geben, sondern auch zu empfangen. „Komm! Bringt Eure Last.“ war eine Einladung an uns alle, unsere eigenen Sorgen und Erschwernisse vor Gott zu bringen. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen hatten in ihrer Konfistunde in der Woche zuvor Steine bemalt, und sie damit symbolisch aufgeladen, mit Sorgen und Belastungen. Denn unsere Jugendlichen sind auch belastet, verspüren Leistungsdruck, hohe Erwartungen und haben Angst, etwas nicht hinzubekommen. Sie fühlen sich mit ihren Problemen aber dabei überwiegend nicht allein und erkannten, dass man Lasten ansprechen darf, sie teilen und damit teilweise abgeben kann. Denn: Lasten gehören zum Leben – aber niemand muss sie allein tragen.
Dies gilt hier bei uns, die wir in Frieden, Freiheit und mit Zugang zu höchster Bildung leben. Aber ebenso in Nigeria, wo die Frauen trotz widriger Umstände glauben und handeln.
Das diesjährige Weltgebetstagsbild, vorgestellt im Gottesdienst durch die Bildmeditation, stellte die Lasten der Frauen in Nigeria dabei treffend dar, sowohl ihre körperlichen als auch seelischen Lasten.

Die persönlichen Geschichten von drei Frauen ließen dabei noch einmal emotional begreifen, was die Belastungen ganz konkret für den Alltag und das Überleben der Frauen mit ihren Kindern bedeuten. Besonders eindrucksvoll war das szenische
Spiel eines Mutter-Tochter-Dialogs über die tägliche Angst der Mutter, dass ihre Tochter auf dem Schulweg von Terrormilizen wie Boko Haram entführt wird. Das gemeinsame Gebet der beiden zum morgendlichen Abschied ist Ritual und Erinnerung, trotz allem nicht zu hassen sondern zu lieben.
Das Besondere an den Weltgebetstags-Gottesdiensten ist die sorgfältige Vorbereitung, von Chorproben, thematischer Reflexion und akribischer Textarbeit über Dekorieren, Basteln und Kochen bis hin zur gemeinsamen Durchführung, konfessionsübergreifend und mit zahlreichen Beteiligten aus ganz Neureut.

Der Chor und die Band unter der Leitung von Daniel hat die Gemeinde mit verschiedenen Instrumenten, Trommeln und sogar Texten auf Igbo das Land Nigeria atmosphärisch fühlen lassen.
Durch die aktive Beteiligung zahlreicher Frauen und Jugendlichen als Leserinnen von 14 Jahren bis über 80 Jahre, wurde Gemeinschaft fühlbar und fand ihren gelungenen Abschluss in gemeinsamer geselliger Runde mit kulinarischen an die afrikanische Küche angelehnten Spezialitäten im Gemeindesaal.
Wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr, wenn es am 5. März 2027, wieder kurz vor dem Internationalen Frauentag heißt: 100 Jahre Weltgebetstag der Frauen „United in Prayer for Justice and Peace!“
Das Vorbereitungsteam
Ursel, Meggie, Carola, Heike, Inge, Kathrin, Anja, Margarete und Monika
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